In meinem letzten Beitrag bin ich nicht deutlich auf einen Punkt eingegangen, der vielen Islamkritikern am Herzen liegt: “Wir kämpfen nicht gegen Moslems, sondern gegen den Islam.”
Ich spreche in diesem Zusammenhang immer von Mittelbegriffen oder Zwischenphänomenen. Dazu gehören Weltanschauungen und Mentalitäten sowie wie die daran hängenden Eigennamen und Symbole. Diese Zwischenphänomene weisen einerseits auf die Personen zurück, insofern sie deren Identität mitbestimmen (das vor allem ist die Funktion der Eigennamen und Symbole). Und sie weisen andererseits auf die Handlungen voraus, die sie mitverursachen.
Die Personen verdienen uneingeschränkte Sympathie. Die Handlungen kann man unmöglich alle gleichermaßen gutheißen. Deshalb ist es so schwierig, was man mit den Zwischenphänomenen anfangen soll.
Die Antwort ist in meinen Augen, dass man vorwiegend über die Menschen einerseits und die Handlungen andererseits reden sollte und von den Zwischenphänomenen nur im jeweiligen Kontext, auf Menschen oder Handlungen bezogen.
Das gilt natürlich gleicherweise für das Zwischenphänomen “Islam” wie für die Zwischenphänomene “Rechtsradikalismus”, “Rechtspopulismus” usw. Wer sich hier auf den Kampf gegen das Zwischenphänomen konzentriert (und die Unterscheidung zwischen Menschen und Handlungen vernachlässigt), macht einen Denkfehler, oder er will sogar im Trüben fischen. Auch in diesem Punkt sind Rechte und Linke ähnlicher, als sie glauben möchten.